Dez
07

Immer wieder Gerlos

Marcus Lemke 07.12.2015 0 Kommentare

Immer wieder Gerlos

Reisebericht eines Reiseleiters.

von Christoph Gerhard

Seit 1997 fahre ich regelmäßig als Skilehrer und Reiseleiter, früher für Windbeutel, jetzt für elan-sportreisen, nach Gerlos. Oft werde ich gefragt, ob es nicht langweilig sei, immer an den gleichen Ort zu fahren und ob mich nicht auch andere Skigebiete reizten. Klar, aber ich hab ja schon viel gesehen. Sowohl privat, als auch für Yeti-Reisen in den 90ern, Windbeutel Reisen oder elan sportreisen. Da kann ich wirklich nicht klagen.

Es sind 4 Gründe, warum ich aber vor allem immer wieder gerne nach Gerlos fahre:

 

Das Skigebiet

Ich habe über die Jahre miterleben können, wie Gerlos sich entwickelt hat. Konnte man in den 90-er Jahren gerade mal mit alten und langsamen Sesselliften von Gerlos nach Königsleiten rübertuckern, so verbindet die heutige Zillertal Arena Gerlos mit schnellen Sesselliften und modernen Gondeln sowohl mit Zell am Ziller im Westen als auch mit Königsleiten bis hin zur Gerlosplatte und Krimmel im Osten. Auch der alte 2-er-Sessellift am Isskogel, der mit ewigen Wartezeiten den Einstieg ins Skigebiet bildete, wurde durch eine schnelle 8-er-Kabinenbahn ersetzt. Heute gibt es mehrere Talabfahrtsvarianten hinab ins Zentrum von Gerlos. Zudem sind alle Pisten mittlerweile künstlich beschneit, so dass weitestgehende Schneesicherheit gegeben ist. Mit ca. 160 Pstenkilometern ist die Zillertal Arena das größte Skigebiet im Angebot von elan-sportreisen; der Skipass selbst gilt darüber hinaus im gesamten Zillertal einschließlich des Hintertuxer Gletscher-Skigebiets.

 

Die Menschen

Regelmäßig an den gleichen Ort zu fahren ist aber vor allem von großem Vorteil, wenn ich eine Reise leite. Im Laufe der Jahre konnte ich so Gerlos, die örtlichen Verhältnisse und die für die Reise wichtigen Leute immer besser kennen lernen und die Erfahrung zeigt mir, dass es auch die Leute vor Ort schätzen, ein festes Gesicht mit elan-sportreisen verbinden zu können. Mittlerweile beruht es auf Gegenseitigkeit, sich über das Wiedersehen zu freuen. Sei es mit Alois, dem Wirt vom Wassererhof, mit Franz von der Liftgesellschaft, wo ich regelmäßig die Skipässe hole, mit Toni von der Wimmertal-Alm, wo’s die Riesenschnitzel gibt oder mit Maria und Sepp vom Schlittenstadel in Hainzenberg, wo wir immer beim Rodeln einkehren. Der Menschenschlag in Gerlos ist zwar eher verschlossen, bei vielen gibt es kaum ein Minenspiel, aber wenn man die Leute kennt, dann weiß man, dass dahinter doch eine ganze Menge Herzlichkeit steckt. Bei so manchem Problem, z.B. bei Doppelbelegung von Zimmern konnten mit Hilfe meiner Kontakte vor Ort brenzlige Situationen stets irgendwie gelöst werden. Und wenn man zur Begrüßung immer zuerst gefragt wird: magst a Schnapserl?, dann weiß man, dass man vor Ort akzeptiert ist.

 

Das Programm

Je regelmäßiger man als Reiseleiter an ein bestimmtes Ziel fährt, desto mehr kann man auch eine Reise mit gestalten und „seinen eigenen Stempel aufdrücken“. Sowohl, was das Programm als auch was die Leistungen angeht, haben wir im Laufe der Jahre das ein und das andere ausprobiert und am Ende an dem, was gut lief, festgehalten, so dass die aktuellen Familienreisen nach Gerlos nun ein bewährtes und eingespieltes Konzept haben.

Als z.B. früher die Gäste in unseren Frühstückspensionen sich selber um ihr Abendessen kümmern mussten, boten wir vom Team irgendwann an, gegen Unkostenbeteiligung an 2 Abenden im Wassererhof zu kochen. Daraus entwickelte sich der heutige Standard, dass an zwei Tagen das Abendessen innerhalb des Rahmenprogramms außer Haus gewährleistet ist und an 3 Abenden für alle Gäste von einem eigens dafür abgestellten Küchenteam im Wassererhof gekocht wird.

Auch der mittlerweile fest zum Angebot gehörende Rodelausflug fand anfangs nur statt, wenn es gelang genügend Teilnehmer zu motivieren, Fahrgemeinschaften zum 12 km entfernten Hainzenberg zu bilden und dort noch die Rodelmiete zu entrichten. Heute findet der Transfer mit einem Bus des Gerloser Reiseunternehmens Kammerlander statt und ist, wie auch die Rodelmiete im elan-Reisepreis bereits enthalten. Kammerlander übernimmt inzwischen übrigens auch häufig die Bahnhofstransfers, die für Bahnanreisende gratis sind.

 

Die Atmosphäre

Die Familienskireise nach Gerlos findet je nach Telnehmerzahl in den Frühstückspensionen Wassererhof, Paulerhof und Trattenhäusl in Gerlos-Gmünd statt, einem Ortsteil 4 km vor dem eigentlichen Gerlos. Die Häuser liegen etwa 300 – 400 m voneinander entfernt und sind alle gemütlich in Tiroler Bauweise errichtet. Urig ist vor allem der aus dem 19. Jh. stammende Wassererhof mit seinen knarzenden Holzböden und -wänden. Sowohl der Paulerhof wie auch der Wassererhof betreiben noch eine kleine Landwirtschaft mit Kühen und anderem Vieh – immer wieder eine Attraktion für die Kinder der Familienreise. Mittlerweile verfügen fast alle Zimmer auch über ein eigenes Bad mit Dusche und WC. Natürlich ist der Komfort nicht mit dem eines 3- oder 4-Sterne-Hotels vergleichbar, aber das macht sich ja auch positiv im Reisepreis bemerkbar und ermöglicht manch einer mehrköpfigen Familie erst die Woche Skifahren. Entsprechend sind auch die Gäste der Familienskireisen nach Gerlos – Familien oder Einzelelternteile mit Kindern – immer sehr tolle, lockere und unkomplizierte Teilnehmer. Sie buchen ja bewusst eine Gruppenreise in einer einfachen Unterkunft und haben i.d.R. nie überzogene Erwartungen. Da wir in den Pensionen immer fast ganz unter uns sind – wir brauchen anders als in Hotels kaum Rücksicht auf andere Gäste oder teure Interieurs nehmen – und wir ja auch tagsüber auf der Piste in verschiedenen Gruppen gemeinsam unterwegs sind, werden schnell die ersten Kontakte sowohl zwischen Kindern wie auch Erwachsenen geknüpft. Die gemeinsamen Aktionen nach dem Skifahren und an den Abenden, z.B. Kakao und Glühwein an der selbst gebautenSchneebar, Fackelwanderung oder Spieleabende, tun ein Übriges für die gute Stimmung in der Gruppe und die Zufriedenheit der Gäste, die uns in den Quality-Reports regelmäßig bestätigt wird.

 

Ja, und deshalb freue ich mich Jahr für Jahr immer wieder auf neue auf die Familienskireisen nach Gerlos und darauf, den ein oder anderen netten Gast der letzten Jahre wieder zu sehen.

 

Christoph Gerhard und mich verbindet eine lange Geschichte. In den 90ern hat er als Werbepartner mit CIAO Lederwaren Werbung im YETI Katalog gemacht und ist schon früh als Skilehrer bei uns eingestiegen. Seither haben wir viele Skireisen gemeinsam begleitet und immer wieder die Aktivitäten im Schnee gemeinsam und mit unseren Gästen genossen. Vielen Dank für Deinen Bericht.
Bruno Peters, Geschäftsführer elan sportreisen
weiterlesen

Schreibe einen Kommentar